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Hamburg - Sonntag, 04.12.2011

Anlagen im Krisen-Check: Tagesgeld

Derzeit herrscht an den Finanzmärkten wieder einmal große Unsicherheit und die Aktienkurse vollziehen zum Teil eine echte Achterbahnfahrt. Aber nicht nur die Experten, sondern auch der „normale“ Anleger ist in Zeiten, die eher durch Krisen als durch erfreuliche Ereignisse aus dem Finanzbereich gekennzeichnet sind, eher verunsichert. Daher fragen sich viele Anleger auch, welche Geldanlage man derzeit überhaupt noch nutzen kann/darf/sollte.

Zunächst ist es wichtig, dass man sich über die vielen Anlageprodukte und deren Eigenschaften informiert. Wer zum Beispiel möglichst sichere Geldanlagen wünscht, der ist mit dem Tagesgeld gut bedient. Im derzeitigen Anlage-Check sind Tagesgelder im Prinzip trotz der Krisen einiger Staaten in Europa, was die Haushaltslage betrifft, nach wie vor ein sehr sicheres Investment. Zumindest diejenigen Anleger, die nicht mehr als 100.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto eingezahlt haben, müssen keine Verluste befürchten, falls das Tagesgeld bei einer Bank geführt wird, die unter die Vorschrift der gesetzlichen Einlagensicherung fällt. Für das Tagesgeld spricht auch die schnelle Verfügbarkeit, die gerade in Krisenzeiten durchaus wichtig sein kann, wenn das Kapital einmal schnell umgeschichtet oder verfügt werden muss. Zu einem effektiven Check der Anlageprodukte gehört es aber auch, die eher negativen Aspekte anzusprechen. Beim Tagesgeld ist das sicherlich vorrangig die eher unterdurchschnittliche Rendite, nimmt man einen Vergleich mit den vielen sonstigen Anlageprodukten als Basis, wie etwa Aktien, Fonds oder auch Anleihen. Durchschnittlich zahlen die Banken derzeit etwa zwei Prozent Zinsen auf dem Tagesgeldkonto, was zur Zeit nicht einmal der Inflationsrate entspricht. Der Anleger macht vielmehr mit dieser Anlage momentan einen realen durchschnittlichen Geldverlust von 0,7 Prozent im Jahr. Nur ganz wenige Tagesgeldangebote schaffen es derzeit, eine höhere Rendite als die Inflationsrate zu bieten. Dennoch ist das Tagesgeld als krisensicher einzustufen, wenn man vorrangig den Erhalt des Kapitals als Maßstab nimmt. Was aber die Rendite, losgelöst von der Sicherheit angeht, gibt es deutlich bessere Alternativen, die in Krisenzeiten sogar besonders gibt abschneiden können.