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Hamburg - Sonntag, 27.11.2011 Die Währung als Hauptanlagerisiko
Ein Anlagerisiko, was viele Jahre für eine große Anzahl von Anlegern kaum oder gar nicht von Bedeutung gewesen ist, rückt in der letzten Zeit immer mehr in den Vordergrund. Das ist nicht etwa das Kursrisiko bei Aktien oder das Emittentenrisiko bei Anleihen, sondern das Währungsrisiko ist gemeint.
Bislang waren Währungsrisiken aus der Sicht eines deutschen Anlegers im Prinzip nur dann von Bedeutung, wenn in eine Geldanlage investiert wurde, die auf einer fremden Währung basiert, also nicht auf Euro. Aber auch bei den internationalen Anlegern ist es so, dass es inzwischen sehr wichtig geworden ist, ob man sich bezüglich seiner Anlagestrategie grundsätzlich für oder gegen eine bestimmte Währung entscheidet. So stehen auch viele institutionelle Anleger momentan vor der Frage, in welche Währung investiert werden soll: US-Dollar, Euro, Yen oder vielleicht doch in sehr sichere Währungen wie Schweizer Franken und Norwegische Kronen bzw. alternativ in die aufstrebenden Währungen der Schwellenländer. Hat man beispielsweise als deutscher Anleger in Aktien wie Nestle investiert, so gab es zwar Kursverluste, aber durch den starken Schweizer Franken wurden durch die Währungsgewinne in der Summe dennoch Gewinne erzielt. Man muss dich also nicht mehr nur fragen, welche Aktien die besten Chance haben werden, sondern man sollte die Aktien mittlerweile auch unter dem Gesichtspunkt der notierten Währung betrachten. Aktuell stehen bei vielen Anlegern weder der US-Dollar noch der Euro als Währung besonders hoch im Kurs. Darunter könnten auch die deutschen und amerikanischen Aktienwerte leiden, wenn die Währung als Entscheidungskriterium auch für das Aktieninvestment immer wichtiger wird. Für Estland, welches im nächsten Jahr dem Euro beitreten wird, wirkt sich dieser bevorstehende Beitritt sogar negativ aus. Denn es gibt einige Anleger, die ein Investment in Estland eben genau wegen des bevorstehenden Euro-Beitritts meiden.