Wählen Sie Ihren Vergleich:
Nachrichten
Hamburg - Sonntag, 27.11.2011 Weniger Vertrauen in amerikanischen Aktienfonds
Immer mehr amerikanische Anleger verlieren das Vertrauen in Aktienfonds, die vorwiegend Aktienwerte aus den USA in ihrem Portfolio haben. Seit Anfang 2011 haben diese US-Aktienfonds rund acht Milliarden Dollar an Kapitalabflüssen zu beklagen – eine gewaltige Summe.
Schaut man sich die letzten zehn Jahre an, so ist das Ergebnis relativ erschreckend. Denn über diesen Zeitraum hinweg wurden im Saldo mehr als 50 Milliarden US-Dollar aus Aktienfonds zurückgezogen, die US-amerikanische Aktienwerte als Schwerpunkt haben. Demgegenüber wuchsen die Investments in Indexfonds, welche verschiedene amerikanische Indizes, wie zum Beispiel den Dow-Jones Index nachbilden, vom Volumen her deutlich an. Der Trend geht demnach eindeutig weg von den klassischen Aktienfonds hin zu den passiv gemanagten Indexfonds. Der Grund für diese Umschichtung ist neben den günstigeren Kosten vor allem die Tatsache, dass die aktiv gemanagten Fonds im Durchschnitt und auf Dauer nicht unter Beweis stellen konnten, dass sie die teilweise hohen Managementgebühren „Wert“ sind, indem sie besser als Indexfonds abschneiden. Dieser Trend vollzieht sich im Prinzip seit rund zehn Jahren, denn in den 90er Jahren waren aktiv gemanagte Aktienfonds mit amerikanischen Aktien noch heiß begehrt, was bei damaligen Renditen von bis zu 15 Prozent jährlich auch nicht erstaunlich ist. Schaut man sich demgegenüber die letzten zehn Jahre an, so konnte beispielsweise der breit gestreute S&P 500 Index im Jahr nur eine Rendite von durchschnittlich 2,7 Prozent erzielen. Mit einer Tagesgeldanlage wäre man in dem Zeitraum also besser gefahren. Noch erschreckender ist das Bild wenn man weiß, dass es alleine in drei der letzten zehn Jahre Jahresverluste von zehn Prozent und mehr gab. All diese Zahlen und vor allem der gewaltige Mittelabfluss aus den klassischen US-Aktienfonds von rund 330 Milliarden US-Dollar in den vergangenen drei Jahren macht deutlich, dass die Anleger ihr Verhalten geändert haben und noch ändern werden. Verdenken kann man es den Anlegern nicht, denn wer möchte schon in Aktienfonds investieren, die teilweise erst einmal Gebühren von jährlich drei bis vier Prozent beinhalten und dann nur einen mageren Ertrag von unter fünf Prozent aufweisen können.