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Hamburg - Dienstag, 15.11.2011

Das Positive und Negative des starken Schweizer Franken

Wenn es um ein Investment in eine sichere Währung geht, dann steht bei vielen Experten und auch bei den Anlegern der Schweizer Franken schon seit vielen Jahren sehr hoch im Kurs. Auch in der aktuellen Euro-Krise bzw. in der Schuldenkrise der EU-Staaten haben sich die Anleger förmlich auf den Schweizer Franken als sicheren Währungshafen gestürzt.

Vor wenigen Wochen rutsche der Schweizer Franken im Verhältnis zum Euro erstmals in seiner Geschichte unter die Marke von 1,19 Franken. Alleine seit Anfang 2010 ist das ein Kursanstieg von rund 20 Prozent, denn zu Beginn des letzten Jahres musste der Anleger noch rund 1,49 Franken aufwenden, um einen Euro zu erhalten. Heute sind es gerade mal noch 1,19 Franken. Was alle Anleger freuen wird, die vor einigen Jahren in Schweizer Franken investiert haben, ist für die Schweizer Wirtschaft hingegen alles andere als positiv. Denn genau wie Deutschland ist auch die Schweiz ein Land, welches sehr stark exportorientiert ist. Und ein starker Schweizer Franken hat zur Folge, dass die Schweizer Produkte im Ausland immer teurer werden – was dann zwangsläufig zu einem sinkenden Exportvolumen führen wird. Eine der Branchen, die schon jetzt unter dem starken Franken zu leiden hat, ist die Tourismusbranche. Denn Urlauber werden sich zur Zeit zweimal überlegen, ob sie in die „teure“ Schweiz fahren oder ihren Urlaub doch lieber in den günstigeren Euro-Nachbarländern Österreich oder in Italien verbringen. Zwar konnte die Schweizer Wirtschaft die Folgen des „teuren“ Schweizer Frankens bislang noch gut verkraften, aber sollte der Franken weiterhin gegenüber dem Euro an Wert gewinnen, wird sich die Lage eventuell ändern. Und mit einem weiter steigenden Franken-Kurs ist durchaus zu rechnen, da sich die Lage des Euros alles andere als stabil zeigt und das Thema Schuldenkrise noch lange nicht vom Tisch sein dürfte.