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Hamburg - Samstag, 12.11.2011

Neuer „Beipackzettel“ für Anlageprodukte Pflicht

Bereits seit dem 1. Juli müssen bestimmte Anlageprodukte, die von den Banken verkauft werden, mit einer Art Beipackzettel versehen sein. Dieser Beipackzettel soll, wie es auch bei Medikamenten der Fall ist, dass Wichtigste zum Produkt selbst beinhalten und auch über die möglichen Risiken der jeweiligen Geldanlage aufklären.

Nach dem Beratungsprotokoll, welches seit einiger Zeit vom Bankberater ausgefüllt werden muss, wenn der Kunde eine Anlage in Wertpapiere tätigen möchte, ist der Beipackzettel nun ein weiterer Schritt dorthin gehend, dass der Anleger besser und umfangreicher über die Anlageprodukte und deren Risiken informiert ist. Korrekt bezeichnet ist der Beipackzettel übrigens das Produktinformationsblatt (PIB), welches allerdings nur beim Kauf von Wertpapieren ausgehändigt werden muss. Darunter fallen vor allem Aktien, Anleihen, Fonds und Zertifikate. Meistens werden die wesentlichen Merkmale und die Risiken des entsprechenden Produktes auf zwei DIN-A4-Seiten zusammengefasst. Basis ist eine EU-Richtlinie, die dem besseren Schutz der Anleger dienen soll. Aber nicht nur das Verständnis der Anlageprodukte soll dadurch erhöht werden, sondern die Produkte sollen auch vergleichbarer gemacht werden. So positiv der gewünschte Effekt durch das PIB auch sein mag, gibt es dennoch bei einigen Produkten auch noch Verwirrungen. So zum Beispiel bei den offenen Immobilienfonds, die eine durchaus beliebte Variante der Investmentfonds sind. Und zwar wird dem Anleger zwar das Informationsblatt zur Verfügung gestellt, jedoch wird auf eine Einstufung des Risikos verzichtet. Lediglich verbal wird etwas zum Risiko und den Ertragsmöglichkeiten gesagt. Laut Investmentgesetz ist es sogar ausreichend, wenn bei den Immobilienfonds das Risiko lediglich „umschrieben“ wird. Insofern sind Anleger im Prinzip nach wie vor dazu „gezwungen“, sich bei bestimmten Produkten und in gewissem Umfang zusätzlich auf eigene Faust zu informieren. Glücklicherweise gibt es mittlerweile im Internet zahlreiche fachlich gute Webseiten, die sich ausführlich mit dem Thema Anlageprodukte beschäftigen.