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Hamburg - Freitag, 04.11.2011

Anleger auf der Flucht mit Ziel Bundeswertpapiere

Die aktuellste Entwicklung bezüglich des Dauerpatienten Griechenland beinhaltet nun, dass die Griechen über den Schuldenschnitt abstimmen sollen. An den Börsen hat diese Tatsache – mal wieder – zu Panik geführt und der DAX schmierte um mehr als fünf Prozent ab. Vor allem die Bankaktien waren betroffen. Gewinner von der teilweise massiven Umschichtung durch die Anleger waren erneut die deutschen Staatsanleihen.

Die Situation muss mittlerweile im Prinzip schon fast als Irrsinn bezeichnet werden. Während Anleger für griechische Staatsanleihen inzwischen beinahe 20 Prozent (!) an Zinsen erhalten würden – wenn dann noch Jemand griechische Staatsanleihen haben wollen würde – sinken die Zinsen bei den Bundesanleihen von einem Rekordtief auf das andere. Aktuell liegt die Rendite hier unter zwei Prozent, also im Prinzip fast nur ein Zehntel der Rendite der griechischen Staatsanleihen. Das Verrückte an dieser Situation ist: Eigentlich müssten beide Staaten vom Prinzip her die gleichen Zinsen zahlen, denn beide Staaten haben den Euro als Währung und somit auch den EZB-Leitzins als leitenden Zinssatz. Da aber die Bonität der beiden Staaten so drastisch verschieden ist, kommt diese extreme Zinsdifferenz zustande. Mittlerweile flüchten manche Anleger regelrecht in Panik in den anscheinend derzeit fast einzigen sicheren Hafen – deutsche Staatsanleihen. Neben den deutschen Staatsanleihen sind aktuell auch die Renditen bei den französischen Staatspapieren gesunken, und zwar auch knapp über drei Prozent. Dennoch erreicht auch der Abstand zwischen der Rendite der deutschen und französischen Staatspapiere eine neues Hoch und beträgt aktuell mehr als 120 Basispunkte. Damit handelt es sich um die höchste Differenz seit der Einführung des Euros als gemeinsame Währung. Nichts desto trotz haben beide Staatsanleihen aktuell mit AAA noch das bestmögliche Rating. Allerdings ist auch zu bemerken, dass die Banken in Frankreich in besonders großem Umfang in griechische Staatsanleihen investiert sind und somit eventuell auf einem Pulverfass sitzen.