Wählen Sie Ihren Vergleich:

Nachrichten

Hamburg - Freitag, 04.11.2011

Leitzinsen überraschend gesenkt

In der Eurozone gibt es momentan einen Paukenschlag nach dem anderen. Nach dem angekündigten Referendum in Griechenland und dem eventuellen Rücktritt der Regierung, tritt nun auch die EZB in den Blickpunkt. Die Europäische Zentralbank senkte am Donnerstag (3. November 2011) vollkommen unerwartet den wichtigsten Zinssatz in der Eurozone, nämlich den EZB-Leitzinssatz.

Es war die erste Sitzung der EZB unter der neuen Leitung des Italieners Marion Draghi und direkt startete die Amtszeit mit einem Paukenschlag. Mit ernster Mine verkündete Draghi, dass die EZB dem anhaltenden Trend der Finanzkrise und dem gebremsten Wirtschaftswachstum entgegen treten wolle und aus diesem Grunde die Reduzierung der Leitzinsen für richtig und wichtig halten würde. Damit wurde der Zinssatz um 25 Prozentpunkte von bis dato 1,50 Prozent auf jetzt 1,25 Prozent gesenkt. Es war die erste Senkung der Leitzinsen seit etwas mehr als zweieinhalb Jahren. Sicherlich müssen die Märkte diesen Zinsschritt erst einmal verdauen, aber es ist davon auszugehen, dass die Bankkunden schon in den nächsten Wochen Auswirkungen verspüren werden. Diese Auswirkungen sind wahrscheinlich für Kreditsuchende positiv und recht wahrscheinlich für viele sicherheitsbewusste Anleger negativ. Alle Personen, die sich derzeit nach einer Immobilienfinanzierung umschauen, werden sich über den Zinsschritt der EZB freuen. Denn die schon seit langer Zeit günstigen Hypothekenzinsen könnten jetzt noch günstiger werden. Ganz anders werden es die Anleger sehen. Denn im Festgeld- und Tagesgeld-Segment ist es nicht unwahrscheinlich, dass die in den letzten Wochen endlich einmal vorgenommenen Zinserhöhungen mancher Anbieter sofort wieder rückgängig gemacht werden. Es war also gestern durchaus ein trauriger Tag für alle Personen, die in verzinsliche und sichere Geldanlagen investieren (möchten).