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Hamburg - Donnerstag, 03.11.2011

Das Zittern der Anleger bei offenen Immobilienfonds

Noch bis vor wenigen Jahren galt beim Investment in Immobilien die Devise, dass nur die geschlossenen Immobilienfonds als risikoreich angesehen werden müssen. Bei den offenen Immobilienfonds war dagegen von größeren Risiken nicht die Rede, was vor allen an der breiteren Streuung und der Flexibilität dieses Investments lag. Dennoch müssen Anleger heute grundsätzlich auch bei den offenen Immobilienfonds Bedenken haben, dass Sie vielleicht Teile ihres Kapitals verlieren könnten.

Mit dem Degi International wird nun in Deutschland in jüngerer Vergangenheit schon der sechste offene Immobilienfonds abgewickelt. Der Hauptgrund für die Abwicklung des Degi International sind anscheinend die volumenmäßig sehr großen Wünsche der Anlegen, ihre Anteile zurückzugeben, sodass die Fondsgesellschaft Aberdeen die Möglichkeit ausschließt, dass der Fonds wieder eröffnet werden kann. Bisher waren die Anteile seit rund zwei Jahren eingefroren. Die Anleger, die noch Anteile an dem Fonds halten, werden nun nach und nach in halbjährlicher Frequenz in jeweiligen Tranchen bedient, müssen also eventuell noch Jahre ausharren, bis sie ihr Kapital vollständig zurückgezahlt bekommen haben. Die schlechte Nachricht ist aber vor allem, dass es noch einige offenen Immobilienfonds gibt, die im Prinzip noch schlechter dastehen, sodass die Anleger auch hier befürchten müssen, dass ihr Kapital weiter eingefroren bleibt bzw. auch diese Fonds letztendlich abgewickelt werden. Viele offenen Immobilienfonds müssen schon seit einiger Zeit Immobilien verkaufen, um die Rückgabewünsche der Anteilsinhaber erfüllen zu können. Der „Abwärtstrend“, was das Vertrauen und die zuvor recht gute Sicherheit von offenen Immobilienfonds angeht, begann im Prinzip schon mit der Finanz- und Immobilienkrise vor drei Jahren (2008). Der Grund war damals vor allem, dass sehr viele Anleger ihr Kapital in massivem Umfang auch aus den offenen Immobilienfonds abgezogen haben. Es wird voraussichtlich noch eine ganze Weile dauern, bis das „alte“ Vertrauen in die offenen Immobilienfonds auf breiter Basis wieder hergestellt ist, denn momentan zittern nicht wenige Anleger um ihr Geld.