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Hamburg - Sonntag, 30.10.2011

Schuldenerlass für Griechenland beschlossen

Nun ist es doch so gekommen, wie bereits viele Experten schon vor Wochen vermutete hatten: Griechenland wird ein großer Teil seiner Schulden erlassen. Nach stundenlangen Beratungen haben sich die Euro-Staaten nun auf den groß angelegten Schuldenerlass für Griechenland geeinigt. Ob nun auch die Börse von dieser zumindest eindeutigen Entscheidung profitieren wird, ist zunächst einmal abzuwarten.

Im ersten Schritt wurde von den 17 Euro-Ländern beschlossen, dass der Rettungsfonds EFSF auf eine Summe von sage und schreibe eine Billionen Euro (1.000 Milliarden Euro) aufgestockt werden soll. Ferner brauchen die beteiligten Banken rund 100 Milliarden Euro an neuem Kapital, um die Beteiligung am Schuldenerlass „auffangen“ zu können. Der Schuldenschnitt als solcher beinhaltet, dass sich die Banken und Versicherungen mit genau der Hälfte daran beteiligen. Bei Griechenland war für das nächste Jahr ein Schuldenstand von rund 170 Prozent (!) der eigenen Wirtschaftsleistung vorhergesagt worden, was das Land nicht mehr hätte stämmen können. Die meisten Experten sehen einen Wert von maximal 120 Prozent als noch „praktikabel“ an. Der bisherige Entschluss aus dem Juli sah bezüglich der Beteiligungen der Banken und Versicherungen „nur“ einen Anteil vom 21 Prozent vor, der zudem freiwillig gewesen ist. Da die aktuellen Prognosen für Griechenland jedoch aktuell dramatisch schlechter geworden sind, musste dieser Anteil nun deutlich erhöht werden. Nach Schätzungen braucht Griechenland in den nächsten rund neun Jahren etwa 250 Milliarden Euro an neuem Geld. Ein weiterer Teil des aktuellen Beschlusses sieht vor, dass bezüglich der Anleihen der gefährdeten Staaten wie Italien oder Spanien eine Art Schutzwall gebaut werden soll, damit diese Rentenpapiere für Investoren wieder attraktiver werden. Mit der Erhöhung des EFSF auf eine Billionen Euro wächst dieser um mehr als eine halbe Billionen Euro an, denn bislang konnte Kapital „nur“ bis zu einem Gesamtvolumen von 440 Milliarden Euro vergeben werden.