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Hamburg - Sonntag, 16.10.2011 Drohen bald Minuszinsen in der Schweiz?
Vor kurzer Zeit hat die Schweiz einen massiven Eingriff in die freien Wechselkurse durchgeführt, indem sie eine Obergrenze (Mindestkurs) beim Wechselkurs des Franken gegenüber dem Euro festgelegt hat. Jetzt geht der Kampf gegen eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken in eine neue Runde, denn angeblich wird die Option geprüft, ob zukünftig Negativzinsen für Auslandskonten gelten sollen.
Bereits jetzt hat die Schweizer Wirtschaft durch die massive Aufwertung des Franken in den vergangenen Monaten erhebliche Probleme. Exporte sind in größerem Umfang zurückgegangen, da Waren und Dienstleistungen aus dem Alpenland für viele Ausländer inzwischen einfach zu teuer geworden sind. Und statt den Urlaub in der Schweiz zu verbringen, haben sich dieses Jahr bereits viele Menschen für die aufgrund des Euros günstigeren Nachbarländer Österreich, Italien oder auch Deutschland entschieden. Nachdem die Zentralbank durch die Festlegung der Obergrenze des Wechselkurses bereits tätig geworden ist, könnte nun auch eine Maßnahme der schweizer Regierung folgen. Neben möglichen Kapitalkontrollen könnte eine Maßnahme auch beinhalten, dass zukünftig negative Zinsen auf Kontoguthaben in der Schweiz „gezahlt werden“, die ausländischen Kontoinhabern gehören. Der Zweck dieser Maßnahme wäre, dass zahlreiche Investoren ihr Geld in den aktuell als sehr sicher geltenden Schweizer Franken investieren, und damit zu einer weiteren Aufwertung des Franken bzw. einer erhöhten Knappheit der Währung beitragen. Durch die Festlegung eines Mindestkurses von 1,20 Franken je Euro hatte die Schweizer Nationalbank erst vor kurzer Zeit einen Schritt zur Vermeidung der weiteren Aufwertung des Franken unternommen. Zum Teil gibt es diesbezüglich bereits Spekulationen, dass die Grenze von 1,20 Franken auf 1,25 oder auch auf 1,30 Franken erhöht werden solle, was jedoch bislang dementiert wurde. Aber auch die befürchteten Negativzinsen wurden bislang nicht bestätigt, sodass es sich hierbei um eine reine Spekulation handelt. Dass muss natürlich nicht heißen, dass es in der Zukunft nicht zu diesen Negativzinsen kommen könnte.