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Hamburg - Dienstag, 27.09.2011

Geld verzinslich anlegen oder unters Kopfkissen packen?

Die aktuelle Lage der Wirtschaft müsste Anlegern eigentlich gefallen, denn aufgrund der Inflationsrate erhöhte die EZB nun zum zweiten Mal in 2011 den Leitzins, was auch steigende Anlagezinsen zur Folge hat und noch haben wird. Aber lohnt sich eine Tages- oder Festgeldanlage wirklich?

Die steigende Inflationsrate, die zu steigenden Zinssätzen beim Tages- und Festgeld führt, hat für Anleger auch eine negative Seite. Denn natürlich wird auch das Kapital bei steigender Inflation weniger Wert. Schaut man sich die derzeit besten Zinssätze im Tagesgeldbereich an, so liegen diese bei etwa 2,50 oder zum Teil bei 2,60 Prozent. Das Problem ist, dass die Inflationsrate etwa bei 2,70 Prozent liegt. Man würde bei dieser Rechnung also beim Tagesgeld gar keinen Ertrag erzielen, sondern einen realen Geldverlust von mindestens 0,1 Prozent erleiden. Bei solchen Rechnungen werden oftmals wieder die „alten Sprüche“ laut die empfehlen, dass Geld doch besser unters Kopfkissen zu legen. Diese Weisheit drückt jedoch eher den Missmut über die hohe Inflationsrate aus, als dass dieser Tipp finanziell Sinn machen würde, was ein Vergleich verdeutlichen soll. Legt ein Anleger zum Beispiel sein Vermögen von 20.000 Euro auf einem Tages- oder Festgeldkonto an, so erzielt er derzeit (beim Festgeld je nach Laufzeit) zwar keinen oder nur einem geringen realen Ertrag. Würde er das Geld allerdings sprichwörtlich unters Kopfkissen legen, also zu Hause oder auch in einem Banksafe aufbewahren, dann würde ein Verlust von aktuell 2,7 Prozent entstehen – nämlich exakt in der Höhe der Inflationsrate als Wertminderung des Geldes. Insofern kann man eindeutig festhalten, dass jede sichere und verzinsliche Geldanlage, bei der man auch nur einen Zinssatz von 0,10 Prozent bekommt sinnvoller ist, als das vorhandene Kapital nicht auf irgendeine Weise anzulegen. Nur wer risikoreichere Anlagen als Alternative sieht wird natürlich bei Verlusten im Nachhinein mitunter zu dem Schluss kommen, dass es besser gewesen wäre, das Geld unter dem Kopfkissen zu lagern.