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Hamburg - Samstag, 20.08.2011

Kommen die Eurobonds?

Derzeit wird nicht nur in der Politik auf Europaebene, sondern auch unter den Finanz-und Wirtschaftsexperten heftig über eine mögliche Einführung der so genannten Eurobonds diskutiert. Dabei handelt es sich um einheitliche Staatsanleihen der Euro-Ländern, die zu einer besseren Stabilität beitragen sollen.

Es gibt im Prinzip derzeit zwei Meinungen, was die eventuelle Einführung der Eurobonds angeht. Auf der einen Seite sind da die EU-Staaten mit einem sehr großen Schuldenstand, die derzeit sehr hohe Zinsen zahlen müssen, um sich am Kapitalmarkt überhaupt noch Geld leihen zu können. Zu diesen Staaten gehören zum Beispiel Griechenland, Portugal oder auch Irland. Diese Staaten sind natürlich für die Einführung der Eurobonds, denn ein Effekt wäre, dass sich diese Ländern dann zukünftig wieder preiswerter, nämlich zu einem geringeren Zinssatz, Kapital beschaffen können. Es gibt jedoch auch die andere Seite, nämlich Staaten wie Deutschland, Luxemburg oder Frankreich, die bislang mit ihrer Haushaltslage noch recht gut zurecht kommen und demzufolge noch eine gute Bonität haben. Diese Staaten zahlen daher auch noch recht geringe Zinsen auf ihre Staatsanleihen, die sich im Bereich von drei oder maximal vier Prozent bewegen. Diese Staaten sind daher auch eher gegen die Einführung der Eurobonds, denn dadurch würden sie sich zukünftig zu einem höheren Zinssatz Kapital beschaffen müssen. Es gibt definitiv Vor- und Nachteile, was die mögliche Einführung der Eurobonds angeht. Als großer Vorteil wird von den Befürwortern genannt, dass die derzeit völlig überschuldeten und von der Bonität her abgestuften Staaten sich durch die Eurobonds wieder preiswerter Kapital beschaffen können. Denn statt wie aktuell acht oder zehn Prozent an Zinsen zahlen zu müssen, wären es bei den Eurobonds als gemeinsame Staatsanleihen der Eurozone dann vielleicht noch vier oder fünf Prozent. Den größten Nachteil sehen die Gegner vor allem darin, dass sich die derzeit hoch verschuldeten Staaten quasi auf die „faule Haut“ legen könnten, denn im Fall der Fälle würden die Staaten mit der besseren Bonität für deren Verpflichtungen gerade stehen.