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Hamburg - Dienstag, 08.06.2010 Aus Zertifikaten werden Anleihen
Derzeit ist im Finanzbereich ein Trend dorthin gehend zu erkennen, dass anscheinend viele neue Anleihe-Produkte auf dem Markt sind. In Wirklichkeit handelt es sich dabei aber eigentlich um Zertifikate, die einfach in Anleihen „umbenannt“ wurden.
Spätestens seit der Insolvenz der Lehman Brothers aus den Vereinigten Staaten und dem Verlust, den zahlreiche Anleger auch hierzulande mit den Lehman Zertifikaten gemachte haben, war der Begriff Zertifikate eine Art Schimpfwort und stand vor allem für ein hohes Verlustrisiko. Das Interesse an diesen Produkten lies demzufolge in 2009 auch drastisch nach. Damit dennoch weiterhin auch solche Derivate verkauft werden, ließen sich manche Emittenten einen „Schachzug“ einfallen, nämlich einige Produkte nicht mehr unter der Bezeichnung Zertifikate zu emittieren, sondern mit dem Namenszusatz Anleihe zu versehen. So werden nun Produkte mit dem Namen „Hamster Express Anleihe“ oder „Outperformance Anleihe auf den DAX“ emittiert. Diese Produkte sollen durch den Begriff Anleihe eine hohe Sicherheit suggerieren, auch wenn es sich faktisch um Zertifikate handelt. Vom rein rechtlichen Standpunkt her betrachtet ist gegen die Bezeichnung Anleihe nicht einmal etwas einzuwenden, denn sowohl bei einer Anleihe als auch bei einem Zertifikat handelt es sich ohnehin um eine Schuldverschreibung. Das Emittentenrisiko ist also bei diesen beiden Produktarten ohnehin gleich hoch. Zu kritisieren ist allerdings, dass eben viele Anleger eine Anleihe mit einer deutlich höheren Sicherheit in Verbindung bringen als ein Produkt mit Namen Zertifikat. Und das genau diesen Effekt einige Emittenten auch erzielen möchten ist recht offensichtlich, denn sonst würden die vorherigen Zertifikate nicht in „Anleihen“ umbenannt werden. Für den Anleger bedeutet diese Tatsache, die jeweils in Frage kommenden Produkte noch genauer zu „durchleuchten“ und den Berater ganz gezielt nach Risiken und den Bedingungen der Geldanlage zu fragen, sowie sich das Ergebnis der Beratung auf dem Beratungsbogen dokumentieren zu lassen, der seit Jahresbeginn Pflicht ist.