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Hamburg - Dienstag, 01.06.2010 Auch Spanien wird abgewertet
Nach Griechenland und Portugal wertet nun die erste Rating Agentur auch die Kreditwürdigkeit und somit die Bonität von Spanien als Emittenten ab. Die Agentur Fitch stufte am Wochenende Spaniens Kreditwürdigkeit um einen Punkt ab.
Die erste Reaktion auf die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens war – natürlich – ein weiterer Kursrückgang des Euro gegenüber dem amerikanischen Dollar. Für die Spanier bedeutet diese Herabstufung einen regelrechten Schlag ins Gesicht, wurde doch vor wenigen Tagen erst ein enormes Sparpaket in Spanien verabschiedet. Nach dieser Herabstufung werden jetzt auch wieder die Stimmen laut, dass auch die Rating-Agenturen in nicht unerheblichem Umfang dazu beitragen, dass der Euro an Wert verliert und es den Staaten zunehmend schwer gemacht wird, sich im Rahmen eines vernünftigen Zinssatzes Geld beschaffen zu können. Konkret nahm Fitch eine Abstufung vom so genannten „Triple-A“, also des Ratings „AAA“, auf nunmehr „AA+“ vor. Eine positive Aussage traf die Agentur Fitch bezüglich des generellen Ratings von Spanien in der Zukunft immerhin, nämlich dass die Kreditwürdigkeit von Spanien nicht noch einmal in den kommenden 12 Monaten herabgestuft werde. Dem Euro hilft dieses allerdings derzeit nicht und auch das etwas zurück gekehrte Vertrauen in die Euro-Staaten und den Euro als Währung ist erneut erschüttert. Für nicht wenige Experten ist diese Herabstufung jedoch völlig unverständlich. Zum einen verfügt Spanien über ein im Kern intaktes Finanzsystem und hat derzeit keine „kränkelnden“ Großbanken. Zudem ist zum anderen die Sparquote in der Bevölkerung relativ hoch und die Volkswirtschaft in Spanien ist auf einer breiten Basis aufgestellt. Grundsätzlich lassen manche Rating-Agenturen derzeit nach Meinung nicht weniger Experten und auch Politiker durchaus den Verdacht zu, dass nicht mehr ganz objektiv bewertet wird oder aber der Pessimismus einen viel zu hohen Stellenwert angenommen hat. „Hartliner“ werfen den Agenturen übrigens sogar vor, die Euro-Krise bewusst verstärken zu wollen.