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Hamburg - Sonntag, 21.02.2010

Geschlossene Fonds weniger beliebt

Geschlossene Fonds waren lange Zeit besonders aus steuerlicher Sicht bei vielen Anlegern beliebt, bargen aber auch schon immer eine recht hohes Risiko. Spätestens seit der Finanzkrise sinken die Investments in derartige Fonds in größerem Umfang.

Sowohl im Jahre 2008 als auch im vergangenen Jahr war für geschlossene Fonds ein absolutes Krisenjahr. Das betrifft sowohl die Wertentwicklung vieler Fonds selber als auch der Zufluss von neuem Kapital bzw. die Investitionsbereitschaft der Anleger. So sammelten die geschlossenen Fonds beispielsweise im letzten Jahr (2009) über acht Milliarden Euro weniger an Kapital ein, als es noch im Jahr 2008 der Fall war, wobei dieses Jahr bereits ein Krisenjahr gewesen ist. Das entspricht einem Rückgang der Kapitalzuflüsse von über 35 Prozent (laut VGF Verband für Geschlossene Fonds e.V.). Im Bereich der Lebensversicherungszweitmarktfonds gab es sogar einen katastrophalen Einbruch der Mittelzuflüsse von über 70 Prozent. Aber nicht nur die sinkenden Mittelzuflüsse machen den geschlossenen Fonds zu schaffen, sondern auch die schlechte Performance in vielen Bereichen. So mussten in 2008 und 2009 zum Beispiel über 100 Schiffsfonds sogar Insolvenz beantragen, weitere geschätzte 50 Fonds stehen weltweit ebenfalls noch kurz vor diesem Schritt. Einzig bei den geschlossenen Immobilienfonds mit Zielgebiet Deutschland und bei den Energiefonds ist die Lage noch als positiv zu bezeichnen, denn diese Fondsarten konnten in 2009 sogar erhöhte Kapitalzuflüsse vermelden. Für die nähere Zukunft in 2010 erwarten die meisten Experten für den Bereich geschlossene Fonds eine Konsolidierung, die Mittelzuflüsse sollten also wieder auf niedrigem Niveau ansteigen.