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Hamburg - Samstag, 13.02.2010

Spanien und Portugal in der Krise

In Südeuropa erleben die Anleger derzeit sehr schlechte Zeiten. Nachdem erst kürzlich aufgrund des starken Haushaltsdefizits die Börse in Griechenland deutliche Verluste erleiden musste, was sich nicht nur auf die Aktien bezog, sondern auch die Anleihen verloren massiv im Wert, wurde nun auch über Spanien und Portugal bekannt, dass die „Löcher“ im Haushalt sehr hoch sind.

Nach Griechenland stehen nun auch Spanien und Portugal im Blickpunkt des Interesses vieler Anleger. Kürzlich wurde nämlich bekannt, das beide Staaten ein extrem hohes Haushaltsdefizit zu verzeichnen haben. Die Lage ist zwar (noch) nicht ganz so ernst wie in Griechenland, aber dennoch wird für 2010 ein Defizit von knapp unter 10 Prozent erwartet. Betrachtet man dieses vor dem Hintergrund der eigentlich in der EU gültigen Konvergenzvorgaben von maximal drei Prozent bezüglich eines möglichen Haushaltsdefizites, so ist das Überschreiten schon erheblich. Abgezeichnet hat sich diese Situation bereits seit einigen Wochen, in denen zum Beispiel der Leitindex in Madrid rund 13 Prozent an Wert verlor. Auch bei den Anleihen, insbesondere den spanischen und portugisischen Staatsanleihen, stellt sich die Situation nicht besser dar. Was bedeutet die aktuelle Lage nun für den Anleger in Deutschland? Generell heißt es sicherlich zunächst einmal: Ruhe bewahren! Es droht weder ein Staatskonkurs, noch ist ein Kursrutsch an den Aktienmärkten größeren Ausmaßes zu erwarten. Von daher lautet der Tipp der meisten Experten bezüglich einer Kapitalanlage in Portugal oder Spanien derzeit, zwar keine neuen Positionen aufzubauen, aber dennoch bestehende Positionen zu halten und nicht in Panik Anleihen und Aktien zu verkaufen. Spekulative Anleger können natürlich, wie immer in Krisensituationen, einen Einstieg wagen, denn zumindest das hohe Haushaltsdefizit ist bereits in den Aktienkursen eingepreist.