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Hamburg - Samstag, 13.02.2010

Hypo Real Estate eröffnet Bad Bank

Die Diskussionen um eine Bad Bank auch in Deutschland waren seit Monaten im Gange. Jetzt eröffnet die Hypo Real Estate nicht nur die erste, sondern gleichzeitig auch direkt die größte Bad Bank die es jemals gab. Kurz zur Erinnerung: Die Hypo Real Estate ist diejenige Bank, die mit verantwortlich für die Finanzkrise war und nur mit vielen Milliarden Euro Staatshilfe gerettet werden konnte.

Das die Hypo Real Estate eine Bad Bank eröffnen würde war unter Experten im Grunde schon seit Wochen eine „ausgemachte Sache“. Womit jedoch nicht zu rechnen war ist die gewaltige Höhe der abzuschreibenden bzw. „faulen“ Papiere, welche in Zukunft von dieser virtuellen Bad Bank „verwaltet“ werden. Man spricht derzeit von einer nahezu astronomisch klingenden Summe von insgesamt über 210 Milliarden (!) Euro. Damit man diese Dimension etwas besser einzuordnen weiß ist es sicherlich hilfreich einen Vergleich zum Bundeshaushalt zu ziehen, der nämlich jährlich bei rund 300 Milliarden Euro liegt. Was allerdings viele Experten beschäftigt in diesem Zusammenhang ist die Frage, warum diese Bad Bank erst jetzt gegründet wurde, immerhin ist die extreme Schieflage der Bank aufgrund der vielen „faulen“ Papiere bereits seit Herbst 2008 bekannt. Was hat eigentlich der Vorstand im gesamten letzten Jahr getan? Anscheinend nicht besonders viel bzw. augenscheinlich nichts sehr Effektives, denn die Summe der nun abzuschreibenden Papiere hat sich anscheinend so gut wie gar nicht verringert im letzten Jahr. Es ist leider ein notwendiges Übel, dass solche Banken als systemrelevant gelten und daher auch mit Steuergeldern gerettet werden müssen. Aber eine Privatperson, die über sechs Jahre hart für eine Privatinsolvenz kämpfen muss, um dann letztendlich schuldenfrei zu sein, könnte sich bei diesen Summe und bei dieser Vorgehensweise der HRE ein wenig „veralbert“ vorkommen – mit Recht.