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Hamburg - Donnerstag, 31.12.2009

Wieder Ärger mit den Lehman-Zertifikaten

Die Pleite der Lehman Brothers aus dem Herbst 2008 war sicherlich gleichzeitig auch der Finanz-Skandal Nummer Eins und zwar in Form der Lehman Brothers Zertifikate, die auch vielen deutschen Anlegern als sichere Geldanlage verkauft wurden und dann wertlos geworden sind.

Seit dieser Zeit hatte sich die Lage auch aus Sicht der Anleger etwas beruhigt, da immer mehr Banken ihre Fehler einsahen und freiwillig oder auch gezwungen Entschädigungen an die Anleger zahlten, doch nun droht wiederum in diesem Zusammenhang neuer Ärger. Kern ist dieses Mal, dass am Beispiel der Frankfurter Sparkasse die Entschädigung zu gering ausgefallen sein soll, was in erster Linie damit begründet wird, dass die Insolvenzquote bei Lehman Brothers deutlich höher ist, als man bisher annehmen konnte, denn sie soll bei rund 20 Prozent liegen. Auch wenn die Frankfurter Sparkasse bisher die einzige Bank ist, die den Anlegern den entstandenen schaden zumindest zum Teil ersetzen möchte, ist dieses nach Meinung eines Frankfurter Anwaltes dennoch nicht genug. Warum ist das so, trotz dieses vergleichsweise guten Angebotes? Kritikpunkt ist hier die immernoch ungerechte Verteilung des Verlustes. Denn wenn ein Kunde beispielsweise damals 1.000 Euro in Lehman Brothers Zertifikate investiert hätte, die Frankfurter Sparkasse davon die Hälfte an Entschädigung zahlen würde, also 500 Euro, dann aber aufgrund der Insolvenzquote von 20 Prozent für diesen Fall 200 Euro erhalten würde, läge der Verlust des Anlegers nach wie vor bei 500 Euro, der Verlust der Bank würde aber nur noch 300 Euro betragen. Daher bleibt es sicherlich nach wie vor spannend, die Entwicklung im „Fall“ Lehman Brothers Zertifikate zu verfolgen.