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Hamburg - Donnerstag, 10.12.2009

Riester Produkte in der Kritik

Die Riester Rente gilt vielfach als das Wundermittel, wenn es um den Erhalt von staatlichen Zuschüssen bezüglich der privaten Altersvorsorge geht. Eine aktuelle Studie der Universität Bamberg belegt allerdings nun, dass die Produkte deutlich schlechter als ihr Ruf sind.

Grundsätzlich freuen sich inzwischen rund 12 Millionen Bundesbürger über den Erhalt der Riester Rente als Geschenk des Staates zur Belohnung der privaten Altersvorsorge. Eine aktuelle Studie, die im Auftrag der Verbraucherzentrale Bundesverband durchgeführt wurde, dürfte die Freude vieler Riester-Sparer nun allerdings deutlich trüben. Der Tenor der Studie lautet, das sage und schreibe rund 40 Prozent aller Riester Verträge Mängel und Fehler ausweisen, die fast ausschließlich zu Lasten des Sparers gehen. Ein Hauptkritikpunkt ist, dass viele Anbieter von so genannten riesterfähigen Sparverträgen oftmals die Gebühren verschweigen, die auf den Anleger und Riester Zulagen Empfänger zukommen. So sind die Riester Produkte oftmals deutlich teurer, als wenn der Sparer Alternativprodukte nutzt, die ohne die Riester Rente angeboten werden. Vor allen Dingen bei den Aktienfonds ist die Diskrepanz enorm. So lautet ein detailliertes Ergebnis der Studie auf der Grundlage einer Berechnung, dass eine als Beispiel genommene 28jährige Frau, die über 35 Jahre lang die höchstmögliche Förderung von jährlich 154 Euro an Riester Rente Grundzulage erhält, zwar in diesen 35 Jahren eine Gesamtsumme von 5.390 Euro, aber die Gebühren des Produktes können mitunter bis zu 40.000 Euro (!!) ausmachen, sodass aus der Förderung ein Minusgeschäft in erschreckendem Umfang wird. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass je nach Art des Produktes die Sparer zwischen 88 und 92 Jahre alt werden müssten, damit sie zumindest ihre bisher eingezahlten Sparbeiträge als Rente wieder ausgezahlt bekommen würden. Zu erklären ist diese große Diskrepanz bei den Fonds zum Beispiel dadurch, dass Riesterfonds eine teure Kapitalsicherung betreiben müssen, was bei den vergleichbaren Aktienfonds nicht der Fall ist. Diese Sicherung kann pro Jahr eine Mehrrendite von rund 3-4 Prozent "auffressen", sodass der Sparer nur mit einer jährlichen Rendite von 4-5 Prozent statt von 6-8 Prozent rechnen kann.