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Hamburg - Donnerstag, 12.01.2012Schiffsfonds als Geldanlage
In Zeiten schwacher Aktienmärkte und niedriger Anlagezinsen suchen Anleger verstärkt nach alternativen Kapitalanlagen. Dazu zählen zum Beispiel die geschlossenen Fonds, die mit teilweise sehr guten Renditen, aber auch mit erheblichen Risiken ausgestattet sind. Zu den bekanntesten geschlossenen Fonds zählen seit Jahrzehnten die Schiffsfonds.Ein Schiffsfonds ist eine Gesellschaft, die meistens in der Rechtsform der GmbH & Co. KG gegründet wird. Zunächst sammelt diese Gesellschaft durch die Ausgabe von Anteilen am Fonds Kapital von den Anlegern ein. Dies geschieht im Zuge einer Platzierungsphase, die im Durchschnitt drei bis sechs Monate dauert. Konnte das gewünschte Gesamtkapital „eingesammelt“ werden, so wird als Nächstes ein Schiff gekauft. Dabei kann es sich sowohl um ein Frachtschiff als auch um ein großes Passagierschiff handeln. Dieses Schiff vermietet der Schiffsfonds nun im Zuge eines Leasingvertrages an ein anderes Unternehmen. Meistens ist das eine Reederei, die das Schiff anschließend in Betrieb nimmt und dauerhaft nutzt. Die Einnahmen generiert der Schiffsfonds nahezu ausschließlich aus den Mieteinnahmen (Leasingraten) für das Schiff.
Wie alle Anlagen und speziell alle geschlossenen Fonds, so haben auch Schiffsfonds einerseits Vorteile anzubieten, weisen andererseits aber auch Risiken für den Anleger auf. Zu den größten Vorteilen der Schiffsfonds zählt sicherlich der große Steuervorteil, den der Anleger nutzen kann. Denn aufgrund der Gewinnermittlungsmethode Tonnagesteuer müssen die Anleger durchschnittlich kaum mehr als drei Prozent ihrer aus dem Fonds erzielten Erträge versteuern. Damit sind die Schiffsfonds nach dem Wegfall der Spekulationssteuer eine der ganz wenigen Steuersparmodelle, die es im Anlagebereich noch gibt. Zudem zählen die Schiffsfonds als Leasingfonds eher zu den sichereren geschlossenen Fonds, da meistens langfristige Leasingverträge mit festen Einnahmen abgeschlossen werden und mit dem Schiff stets ein Gegenwert vorhanden ist. Dennoch weisen auch Schiffsfonds ein Totalverlustrisiko auf, was man als Anleger niemals ganz vergessen sollte.
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