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Schiffsfonds
Schiffsfonds als Geldanlage nutzen
Im Bereich der geschlossenen Fonds findet man verschiedene Anlagemöglichkeiten vor. Zu den geschlossenen Fonds zählen neben Umweltfonds, Containerfonds oder geschlossenen Immobilienfonds unter anderem auch die so genannten Schiffsfonds. Bei den Schiffsfonds handelt es sich um Beteiligungen an einer Gesellschaft, die das von den Anlegern eingesammelte Kapital in ein oder mehrere Schiffe investiert. In der Regel werden diese Schiffe vom Fonds gekauft und dann an Reedereien vermietet bzw. verchartert. Der Ertrag der Schiffsfonds besteht somit aus Miet- und Pachteinnahmen. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Schiffen um Frachtschiffe und im Speziellen im Containerschiffe. Eine Besonderheit weisen die Schiffsfonds im Speziellen als Geldanlage auf, und zwar in steuerlicher Hinsicht. Aufgrund der so bezeichneten Tonnagesteuer als Methode zur Gewinnermittlung fallen für den Anleger kaum nennenswerte Steuern auf die vereinnahmten Erträge an. Somit sind Schiffsfonds heute eine der ganz wenigen steuerbegünstigten Geldanlagen, die auf legalem Wege noch genutzt werden können. Im Durchschnitt kann man davon ausgehen, dass die Rendite nach Steuern einem Anteil von rund 98 Prozent der Rendite vor Steuern entspricht. Es fallen demnach nur rund zwei Prozent an Steuern an, während ansonsten Kapitalerträge zu 25 Prozent besteuert werden müssen. Somit sind Schiffsfonds vor allen Dingen für Anleger eine sehr interessante Geldanlage, die mit ihren Kapitaleinnahmen über der Freigrenze von rund 800 Euro im Jahr liegen. Schiffsfonds Pleiten in den letzten Jahren
So lukrativ die Anlage in Schiffsfonds für einige Anleger auch sein mag, vor allem aus steuerlicher Sicht, so riskant ist ein Investment in diese geschlossenen Fonds teilweise auch. Den durchschnittlich recht guten Renditen steht ein nicht geringes Risiko gegenüber, was sich besonders in den letzten zwei Jahren dadurch belegen lässt, dass weltweit mehr als 100 Schiffsfonds eine Pleite erlebt haben. Auslöser war hier vor allen Dingen die Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2008 und 2009. Denn die Schifffahrt, insbesondere der Frachtverkehr, war besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen. Teilweise lagen die Frachtschiffe Monate ohne Aufträge vor Anker und somit konnten auch die Schiffsfonds nur noch geringe oder gar keine Einnahmen mehr erzielen. Als Folge dessen mussten einige Schiffsfonds Insolvenz anmelden. Für den jeweiligen Anleger bedeutet das meistens den Verlust des gesamten investierten Kapitals. Wenn man sich also für eine Anlage in Schiffsfonds entscheidet, dann sollte sich dieses Risikos unbedingt bewusst sein, denn es handelt sich bei allen geschlossenen Fonds keineswegs um "geschützte" Sondervermögen, wie es bei den offenen Investmentfonds stets der Fall ist. Welche Konditionen beinhalten geschlossene Schiffsfonds?
Geschlossene Schiffsfonds sind in die Gruppe der geschlossenen Investmentfonds einzuordnen, die auf keinen Fall mit offenen Investmentfonds zu verwechseln sind. Die geschlossenen Schiffsfonds investieren das Kapital der Anleger meistens in ein Schiff, welches zunächst erworben und dann vermietet/verchartert wird. Typisch für die Anlage in Schiffsfonds sowie in andere geschlossene Fonds auch ist, dass man erst ab einem bestimmten Mindestanlagebetrag in diese Art von Fonds investieren kann. Je nach Fonds liegt die Mindestanlagesumme zwischen 5.000 Euro und 20.000 Euro. Ein Schiffsfonds als geschlossener Fonds ist ebenfalls dadurch gekennzeichnet, dass die Anteile nur über einen bestimmten Zeitraum erworben werden können. Die Frist endet spätestens dann, wenn die geplante Gesamtsumme von den Anlegern "eingesammelt" worden ist. Die gekauften Anteile kann der Anleger nicht jederzeit verkaufen, sondern meistens ist eine Rückgabe der Anteile erstmalig nach frühestens fünf Jahren (im Durchschnitt) möglich. Das investierte Kapital ist daher sehr stark gebunden. Für das Investment in die geschlossenen Schiffsfonds spricht vor allem die recht gute Rendite, die mitunter sogar im Bereich von über zehn Prozent pro Jahr liegt. Zudem gleicht die Rendite nach Steuern fast der Rendite vor Steuern, sodass Schiffsfonds eine steueroptimierte Geldanlage darstellen.