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Anschlussfinanzierung

Die termingerechte Anschlussfinanzierung bei der Baufinanzierung

Bei der Baufinanzierung ist es üblich, dass der Kreditnehmer nur in den seltensten Fällen über die gesamte Dauer der benötigten Finanzierung hinweg nur ein Darlehen benötigt. Nur bei einer Zinsfestschreibung von 20 oder 30 Jahren kann es sein, dass man ausschließlich dieses eine Darlehen nutzt. Da die meisten Festzinsvereinbarungen allerdings über einen Zeitraum von fünf oder zehn Jahren abgeschlossen werden, steht in den meisten Fällen nach diesem Zeitraum eine Anschlussfinanzierung an. Im Bereich der Baufinanzierung wird generell vom Namen her zwar zwischen der Erstfinanzierung und der Anschlussfinanzierung unterschieden, aber faktisch handelt es sich in beiden Fällen um die Inanspruchnahme eines neuen Darlehens. Nur bei der Anschlussfinanzierung ist es eben so, dass zuvor bereits ein Baudarlehen genutzt wurde. Generell muss man jedoch bei der Anschlussfinanzierung auf die gleichen Aspekte achten, wie zum Beispiel Vergleich der Zins- und sonstigen Konditionen, als es bereits im Rahmen der Erstfinanzierung üblich gewesen ist.

Bei der Anschlussfinanzierung einen Rechner zu Hilfe nehmen

Im Grunde ist es bei der Anschlussfinanzierung genauso wie bei der Erstfinanzierung. Der Kreditnehmer bzw. Kreditsuchende sollte Angebote vergleichen und dabei kann zum Beispiel ein Rechner als Hilfsmittel genutzt werden. Der Rechner dient einerseits zur Berechnung der neuen Kreditrate, denn diese wird im Grunde ganz neu festgelegt, weil seit der Erstfinanzierung die Kreditrestschuld deutlich geringer geworden ist und sich natürlich auch der Zinssatz bei der Anschlussfinanzierung verändern wird. Darüber hinaus dient der Rechner natürlich andererseits auch im Rahmen der Anschlussfinanzierung als Hilfe, die unterschiedlichen Kreditangebote der Banken miteinander zu vergleichen. Es ist also keineswegs immer so, dass man die Anschlussfinanzierung bei der gleichen Bank vornehmen muss, bei welcher man die Erstfinanzierung in Anspruch genommen hat. In dieser Hinsicht besteht nach Ablauf des bisher genutzten Darlehen eine Wahlfreiheit auf Seiten des Kreditnehmers.

Das Forward Darlehen als eine Variante der Anschlussfinanzierung

Eine spezielle Art der Anschlussfinanzierung stellt das Forward Darlehen dar. Die Besonderheit an dieser Darlehensart besteht darin, dass der Abschluss des Forward Darlehens bereits vor der Fälligkeit des bisher genutzten Immobilienkredites, mitunter sogar einige Jahre vorher, vorgenommen wird. Der Hauptgedanke, der hinter der Nutzung des Forward Darlehens steckt ist, dass man sich so Zinsen schon jetzt sichern möchte, die im Vergleich zum Fälligkeitsdatum des bisherigen Darlehens hoffentlich günstiger sein werden. Man geht also beim Abschluss des Forward-Darlehens als "vorzeitige" Anschlussfinanzierung davon aus, dass die Zinsen aktuell günstiger sein werden, als wenn man bis zum Zeitpunkt warten, an welchem die bisherige Zinsvereinbarung aus der Erstfinanzierung heraus auslaufen würde. Damit sich das Forward-Darlehen auch rentiert, sollte diese Zinsdifferenz zwischen heute und der Situation am Fälligkeitstag mindestens bei 0,50 Prozent liegen, denn das Forward-Darlehen wird stets mit einem Zinsaufschlag von rund 0,40 Prozent vergeben. In der jetzigen Niedrigzinsphase (August 2010) wäre der Abschluss eines solchen Forward-Darlehens beispielsweise sehr sinnvoll, wenn die aktuelle Festzinsvereinbarung noch ein Jahr oder länger läuft, denn so niedrige Zinsen wie jetzt wird man in absehbarer Zeit kaum noch einmal bekommen.

Bei der Anschlussfinanzierung auf die Zinsen achten

Wenn die Anschlussfinanzierung ansteht, dann ist die Situation für den Kreditnehmer im Grunde genauso, wie es vor der Erstfinanzierung der Fall gewesen ist. Auch wenn man das bisher genutzte Darlehen bei der gleichen Bank "verlängert", so werden natürlich neue Konditionen vereinbart, vor allen Dingen wird der neue Zinssatz mit hoher Wahrscheinlichkeit vom bisherigen Zinssatz abweichen. Insofern sollten natürlich auch bezüglich der anstehenden Anschlussfinanzierung die Zinssätze verglichen werden, welche die Banken aktuell für die zu vergebenden Hypothekendarlehen anbieten. In vielen Fällen kann allerdings durch Verhandlungen bei der bisherigen Bank der beste Zinssatz genutzt werden. Das ist auch für den Kreditnehmer insofern von Vorteil, als dass beispielsweise keine Kosten für eine Umschreibung im Grundbuch entstehen werden. Diesen Aspekt sollte man beim Zinsvergleich also auch mit berücksichtigen.